Ausblick R.A.W.

STIMMEN ZU DEN PLÄNEN FÜR DAS R.A.W.-GELÄNDE

„Insbesondere die öffentlich nutzbaren Orte, Durchwegungen und Plätze sowie die Vielfalt an Gebäude-Typologien bieten überzeugende Ansätze, Bestand und Neubauten zu einem Gesamtensemble zusammenzubringen. Auch für die Einbindung des Soziokulturellen L und seine Verknüpfungen mit dem Gesamtareal finden sich sehr gelungene Ansätze.“

Florian Schmidt, Bezirksstadtrat Friedrichshain-Kreuzberg, über den Entwurf von Holzer Kobler Architekturen und Atelier Loidl.

„Die neue Eigentümerin hat eine völlig neue Basis generiert. Sie binden uns in ihre Arbeit ein und vermitteln ein Gefühl der Zugehörigkeit auf Augenhöhe.“

Ralf Brendeler, Suicide Circus

„Der lange Planungsprozess für dieses Gelände war sehr anspruchsvoll und wir sind glücklich, dass wir dabei mitwirken konnten. Wir wünschen uns, dass der kooperative Prozess zwischen der Eigentümerin, der Politik, den Mieterinnen und Mietern und der Stadtgesellschaft fortgesetzt wird.“

Mike Stolz, Bar Zum schmutzigen Hobby

„Das R.A.W.-Gelände bietet einzigartige Voraussetzungen für unsere Jugend- und Bildungsarbeit. Wir sind überzeugt, dass ein tragfähiger Kompromiss für die weitere Geländeentwicklung gefunden worden ist. Unsere Angebote für bis zu 100 junge Menschen an jedem Tag werden weiterhin Platz und gute Arbeitsvoraussetzungen auf dem R.A.W. haben.“

Kim Wibbelt, Drop In e.V.

Eine Vision für das R.A.W.-Gelände

Berlin ist die Stadt des Wandels. Die Metropole erlebt aufgrund ihrer Attraktivität einen immensen Druck, von innen wie von außen. Mittendrin, zwischen Friedrichshainer Südkiez, Warschauer Brücke und Spree, liegt das R.A.W.-Gelände. Seit rund 20 Jahren entwickelt sich das ehemalige Industrieareal „Reichsbahnausbesserungswerk“ zu einem offenen Quartier mit einem bunten Angebot für die Nachbarschaft, Stadtgesellschaft und Besucher:innen. Ateliers und Vereine, Werkstätten, Gewerbe- und Kulturbetriebe sowie Angebote aus Gastronomie und Sport sorgen für viel Leben auf dem Areal.

Die weitere Entwicklung des R.A.W.-Geländes wird auf die Koexistenz und Verknüpfung vielfältiger Nutzungen aufbauen – um gemeinsam mit allen einen vielseitigen Ort zu schaffen der rund um die Uhr, am Wochenende und über das ganze Jahr lebendig, einladend und sicher ist. Seit 8 Jahren ist diese Entwicklung unter Einbindung der Nutzer:innen und Stadtöffentlichkeit ein wichtiger Teil des partizipativen Planungsprozesses um die städtebaulich, architektonisch und ökologisch langfristig besten Lösungen für das Gelände zu finden.

Es werden grundsätzliche Themen wie bürgerliches Engagement, die Schaffung lebenswerter, nachbarschaftlicher Begegnungsorte, der Erhalt und Ausbau von kulturellen Freiräumen, die Klimaresilienz mit einem landschaftsarchitektonischen Konzept – das unter anderem Entsiegelung und öffentlich nutzbares urbanes Grün vorsieht – und der Erhalt der guten ÖPNV-Anbindung als wichtiger Teil der Mobilitätswende berücksichtigt oder bereits angewandt.

Ganz im Sinne der „Stadt der kurzen Wege“ steht das künftige R.A.W. für eine kooperative Stadt und einen urbanen Mix, der insbesondere auch der Versorgung der direkten, städtischen Umgebung zugutekommen wird. Konkret heißt das: Im R.A.W. soll man arbeiten oder seine Freizeit verbringen, sich erholen oder Sport treiben, einkaufen oder vielseitige Gastronomie genießen, Kultur erleben oder produzieren können.

Die bestehende Soziokultur ist dabei Teil der Identität des R.A.W. und ihr Fortbestand soll gesichert und aktiv gefördert werden und sich mit vielschichtigen neuen Nutzungen verbinden. Im Rahmen der Entwicklung soll eine gemeinnützige Trägerin langfristig einen garantiert mietfreien Mietvertrag für das Soziokulturelle L erhalten, wirtschaftlich dargestellt durch die Entwicklung des Geländes. Das Soziokulturelle L kann so eingeständig und ohne wirtschaftlichen Druck weiterbestehen.

Das 2019 eröffnete „House of Music“ in der ehemaligen Radsatzdreherei kann eine Blaupause für die Zukunft des R.A.W. sein. Unter seinem Dach finden sich heute verschiedenste Akteur:innen aus dem Musikbereich – von lokalen Initiativen bis hin zu internationalen Firmen. Die weitere Entwicklung wird auf die Koexistenz und Verknüpfung vielfältiger Nutzungen aufbauen: Das R.A.W. soll ein Ort sein, in dem Geschichte und Zukunft zusammentreffen. Ein Ort für Jung und Alt, für ganz unterschiedliche Individuen und Gruppen.

EIN MASTERPLAN FÜR DAS R.A.W.

Um städtebaulich, architektonisch und ökologisch langfristig die besten Lösungen für das Gelände zu finden, wurde und wird behutsam und über viele Jahre geplant. Nach zwei Nutzer:innenwerkstätten sowie Bürger:innenwerkstätten und drei Dialogwerkstätten mit den unterschiedlichen Interessengruppen haben die Beteiligten in einem Dialogverfahren des Bezirksamtes zwei Jahre lang gemeinsam einen Strukturplan und Wertekatalog für das R.A.W. entwickelt. Hierbei bleibt die historische Identität erhalten, während gleichzeitig mit neuen Elementen und Gebäuden ein besonderer Ort entsteht, der Raum für Experimente bietet, die Nachbarschaft einbindet und Synergien, Teilhabe und Mitverantwortung ermöglichen.

Darauf aufbauend hat die Eigentümerin Kurth-Gruppe ein mehrstufiges Masterplanverfahren ausgelobt, um ein Zielkonzept für die verschiedenen Baufelder und Nutzungen zu finden. Gewonnen hat das Team Holzer Kobler Architekturen und Atelier Loidl Landschaftsarchitekten, beide unter Anderem ansässig in Berlin. In weiteren Wettbewerben und Planungen werden die jeweiligen Felder genauer definiert und die angedachten Nutzungen klar verortet.

Klimaschutz, Ökologie und Freiraumplanung spielen in dem Masterplan eine Schlüsselrolle. Das Dialogverfahren hat ergeben, lieber in die Höhe als in die Breite zu bauen und dafür große, öffentlich nutzbare Freiflächen mit urbanem Grün zu ermöglichen. Die Freiräume sollen sowohl den Nutzer:innen und Besucher:innen des Geländes zur Verfügung stehen als auch für öffentliche Veranstaltungen.

FRAGEN UND ANTWORTEN ZUM R.A.W.-GELÄNDE

WIE WIRD DAS R.A.W.-GELÄNDE IN ZUKUNFT GENUTZT?

Zum bestehenden Kulturangebot kommen neue Arbeitsplätze und das Gelände soll seine ursprüngliche Versorgungsfunktion für Umfeld und Stadt zurückgewinnen. Versorgung, medizinische Einrichtungen, Kinderbetreuung, Markthalle, Freiflächen und neue Angebote für Sport, Kultur und Freizeit sollen Gelände und Umfeld dienen. Eine Wohnnutzung wurde von Anfang an von Nutzer:innen und der Nachbarschaft mitdiskutiert und im Ergebnis in einer Reihe von BVV-Beschlüssen abgelehnt, damit die Clubs, Bars und Kultureinrichtungen konfliktfrei bespielt werden können.

WIRD IM ZUGE DER NEUEN BEBAUUNG NOCH MEHR FLÄCHE VERSIEGELT?

Nein, im Gegenteil: Aktuell ist fast die gesamte Fläche des ehemaligen Industriegeländes historisch bedingt versiegelt. Dank der Verdichtung in die Höhe kann ein maßgeblicher Anteil des Bodens künftig entsiegelt bzw. teilentsiegelt werden. Die alten Bäume auf dem Gelände bleiben fast alle erhalten, weitere Bereiche werden neu begrünt: mit artenreichen Pflanzen, die Futter- und Nistmöglichkeiten für die Tierwelt bieten, und Klimagehölzen, die zur natürlichen Kühlung des Geländes und seiner Umgebung und damit zur städtischen Klimaresilienz beitragen. Nicht vergessen darf man dabei jedoch den Druck und die Anforderungen an das Gelände aus dem städtischen Kontext, denen bei der Planung und Umsetzung der barrierefreien und sicheren Freiflächen Sorge getragen werden muss. Damit das R.A.W. ein wirklich klimagerechtes Quartier wird, sind renommierte Fachplaner:innen für Nachhaltigkeit sowie für Mobilität eng in die Planung eingebunden.

WAS GESCHIEHT MIT DEM BAULICHEN BESTAND?

Alle denkmalgeschützten Gebäude bleiben erhalten und das Vorgehen bei Sanierungen wird mit der unteren Denkmalschutzbehörde und dem LDA abgestimmt. Identitätsstiftenden Bauten und Merkmale werden in die zukünftige Planung integriert, um die Herkunft und Geschichte des Geländes zu wahren. Auch Bäume, prägende Sichtachsen und historische Straßenbeläge bleiben so weit wie möglich bestehen, ohne jedoch die Bedarfe und Barrierefreiheit außer Acht zu lassen. Gebäude, die weder nachhaltig noch baulich weiter nutzbar sind, architektonisch nicht von besonderem Belang oder energietechnisch und klimatisch problematisch sind, sollen Neubauten weichen.

WAS GESCHIEHT AKTUELL UND WÄHREND DER BAUZEIT?

Das Gelände wird fortlaufend und organisch in Zusammenarbeit mit den Nutzer:innen weiterentwickelt. Stark beschädigte Altbauten wie die Radsatzdreherei wurden schrittweise saniert und passenden Nutzungen zugeführt, die Brachflächen sollen bebaut werden. Während der Bauphasen der einzelnen Baufelder sollen die Angebote auf dem restlichen Gelände fortlaufen und so wenig wie möglich eingeschränkt werden, um eine organische Weiterentwicklung der Nutzungen mit der Gesellschaft zu ermöglichen. Langfristig sollen Nutzung und Bespielung so gesteigert werden, dass sich dauerhaft und rund um die Uhr Leben auf dem Gelände und in den Gebäuden etablieren kann.

WAS IST DAS SOZIOKULTURELLE L (SKL)?

Das SKL ist das soziokulturelle Zentrum, bestehend aus einem Zusammenschluss von Kunst und Kultur, Design, Sport, Zirkus, sozialen Vereinen und Gastronomie, das sich in den teilweise denkmalgeschützten, L-förmig angeordneten Gebäuden des R.A.W. befindet. Das SKL steht teilweise schon seit rund 20 Jahren für eine Vielzahl von Angeboten für Kiez, Stadt und Besuchende. Seit Übernahme des Geländes durch die Kurth-Gruppe wird das SKL aktiv gefördert und soll im Zuge der geplanten Entwicklung und Bebauungsplanänderung durch eine Übergabe an eine Trägerin ohne Kaltmiete langfristig gesichert werden. Seit einigen Jahren besteht eine gute und wachsende Zusammenarbeit zwischen Akteur:innen und Eigentümerin, die zu Erfolgen wie gemeinsamen Förderungen und der Vergabe von freien Räumen an Kulturtreibende geführt hat.

WERDEN DIE CLUBS VERTRIEBEN?

Nein, die Clubs werden nicht vertrieben. Im Gegenteil: Alle Betriebe sind intensiv an der Planung beteiligt und werden sich innerhalb des Geländes weiterentwickeln. Gemeinsam mit ihnen wurde sondiert, welche spezifischen Bedürfnisse und Erfordernisse die unterschiedlichen Einrichtungen mit sich bringen, damit die weitere Entwicklung so umso besser darauf eingehen kann.

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